Sonntag, 24. Februar 2013

Rückblick und Ausblick

Sooo ihr Lieben,

es wird Zeit für eine kleine Zusammenfassung. Ich bin nun schon seit 2 1/2 Monaten in Neuseeland und bin zutiefst beeindruckt von der vielseitigen Natur, von den sehr freundlichen Neuseeländern und der guten Reiseinfrastruktur. Rückblickend war das Beste was ich gemacht habe, definitiv der Autokauf. So ein Auto mit Schlafmöglichkeit ist einfach unglaublich praktisch, spart viel Zeit&Geld und die Freiheit ist unvergleichlich. Gesehen habe ich deshalb schon eine ganze Menge. Die meisten Ziele waren entweder in meinem Reiseführer (NZ Frenzy !!!) oder aber bei den lokalen information sites (i-sites) an allen touristischen Punkten. Der lonely planet dagegen war eher enttäuschend für mich. Wanderungen gibt es hier im Überfluss. Das kostenlose Übernachten klappt meist auch sehr gut, entweder frage ich Anwohner und stelle mich auf ihr Grundstück :) (Farmer sind meist sehr nett) oder man stellt sich auf die Parkplätze von touristischen Attraktionen. Man sollte jedoch nach "no camping" Schildern Ausschau halten, denn wenn man nicht aufpasst, kann man leicht eine Strafe von $200NZD erhalten (besonders in Städten und in der Nähe von Zeltplätzen). Bisher hats mich zum Glück noch nicht erwischt.
Von dem "Aktiontourismus" habe ich mich etwas ferngehalten, aber wer gerne von Brücken oder Flugzeugen springen möchte, einen Wasserfall runterpaddeln möchte oder sonst irgendwelche verrückten Ideen hat, hier gibt es ALLES. Nur leider sehr teuer. Aber auch gerade abseits der Hauptpfade gibt es sehr viel zu sehen. Die Natur tobt sich hier absolut aus und die Kreativität ist scheinbar grenzenlos (ich sage nur Glühwürmchenhöhlen, heiße natürliche Wasserfälle und Dinosauriereier am Strand) und dazu sind die Entfernungen noch ziemlich gering (im Vergleich zu Australien auf jeden Fall :)). Ich bin auf jeden Fall nach wie vor begeistert. Einen Überblick über meine bisherige Reiseroute (immerhin fast 9000km im Auto, kommt mir aber weniger vor):

Nordinsel
Südinsel
Besondere Highlights für mich waren (Nordinsel: Die Wanderung am Mt. Doom (Ngauruhoe), der Strand in Tongaporutu und das Paddeln auf dem Whanganui River. Südinsel: Abel Tasman und Golden Bay, Fjordland (die Gegend um den Milford Sound) und Mt. Cook).

Aber auch die schönste Zeit geht irgendwann vorbei, es wird langsam kälter in Neuseeland (besonders Nachts im Auto trotz 3 Schlafsäcken :) ) und ich bin an den meisten Orten gewesen, die ich sehen wollte (wobei man hier ganz sicher noch vieeeel mehr entdecken kann). Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass ich Dinge nicht mehr so wertschätze, weil ich hier schon so oft beeindruckt wurde in Neuseeland. Und deshalb mache ich mich jetzt langsam auf den Weg Richtung Auckland um das Auto wieder zu verkaufen und plane gegen Ende März nach Südostasien weiterzufliegen. Ich bereite mich schon mal auf einen kleinen Kulturschock mit unendlich vielen Menschen um mich herum vor. Ich plane dort ungefähr 3 Monate zu verbringen. Wohin genau, weiß ich noch nicht genau: vllt. Indonesien, Thailand, Vietnam, Nepal? Aber ich bin für alles offen und geplant habe ich aber noch gar nichts. Ich wäre euch sehr sehr dankbar, wenn ihr Erfahrungsberichte, Ideen oder Empfehlungen für mich habt.

Euer David.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Zweite "Hälfte" reisen mit meinen Eltern

Hallo ihr Lieben!

Ich sitze gerade am Christchurch Airport nachdem meine Eltern ihren Flug zurück nach Deutschland genommen haben. Die letzten drei Wochen waren sehr sehr schön und die Südinsel ist in meinen Augen tatsächlich die schönere der beiden Inseln. Das Reisen mit meinen Eltern war toll, nur dass wir ständig einkaufen mussten, weil meine Eltern so viel gegessen haben und deshalb liebevoll "Raupen" genannt wurden. Auf dem Tagesprogramm stand fast immer Wandern, was definitiv die beste Form ist, um Neuseeland's Natur zu erkunden. Und es gab viel zu erkunden.
 Leider hatte ich nicht so richtig Zeit den Blog zu aktualisieren (meine Eltern haben mir keine Pause gegönnt ;) ), dafür aber umso mehr gesehen. Da es sooo viel zu sehen gab, schreibe ich hier etwas kürzer über alles und zeige dafür ein Paar mehr Bilder.

Angefangen hat alles mit der wohl glücklichsten Autopanne, die man sich vorstellen kann. Am Vorabend der Panne sprang das Auto schon erst beim 3. oder 4. Versuch an, wodurch ich schon ein schlechtes Gefühl bekam. Wir waren zu dem Zeitpunkt ungefähr 30km von der nächsten Siedlung an einem ziemlich einsamen und stürmischen Zeltplatz. Am nächsten Morgen wollte das Auto dann gar nicht mehr anspringen und erst nach vielem guten Zureden und Streicheleinheiten ist es dann wieder angesprungen und fuhr auch normal bis zur nächsten Tankstelle, wo es dann komplett versagt ist. Nun hatten wir aber Riesen Glück im Unglück und an der Tankstelle war auch eine Werkstatt und die defekte Benzinpumpe konnte noch am gleichen Tag ersetzt werden. Der Mechaniker hat gut gestaunt, wie wir mit der defekten Benzinpumpe (die absolut gar nichts mehr gemacht hat), die 30km vom Zeltplatz zur Tankstelle fahren konnten.



So konnten wir unsere Reise fortsetzen. Zunächst sind wir in den Südwesten ins Fjordland gefahren, der wohl landschaftlich schönsten Region Neuseelands mit dem berühmten Milford Sound. Die Autofahrt dorthin ist wirklich einmalig durch riesige Täler mit steilen Bergen, Wasserfällen und Gletschern. Leider wissen das alle Touristen und es gibt das volle Touristenprogramm: Minütlich starten Bootsrundfahrten, Helikoptorrundflüge und Kleinflugzeugrundflüge. Meiner Mutter meinte, dass es deshalb wohl Milford SOUND heißt :).

Der Milford Sound

Gertrude Valley, ein Nachbartal ... das nächste Foto zeigt die rechte Wand

Wahnsinn: Eine 1000m Wand überzogen von Wasserfällen


Baden im Gletschersee: Man beachte die Eisfelder!!!

Dann sind wir den 4-tägigen Kepler-Track (einen weiteren Great Walk gelaufen). Das Highlight des Tracks ist am zweiten Tag eine mehrstündige Wanderung über einen engen Grat mit einem atemberaubenden Blick in die Tiefe links und rechts und das alltägiche Kartenspielen (6nimmt und Wizard Extreme :) ) in den sehr schönen Hütten.

Höhlenkletterei in einer min. 300m langen Kalksteinhöhle

Die erste und wohl schönste Hütte auf dem Kepler Track

Living on the Edge auf dem Kepler Track :=)

Es lauern allerhand Gefahren auf dem Kepler Track :)

Wir sind dann weiter zur Südspitze (Curio Bay) gefahren, Westküste (Otago Peninsula bei Dunedin) nach Mt. Cook gefahren. Unterwegs gabs einiges zu gucken, vor allem die Pinguine waren supercool, wie sie immer völlig verplant rumstanden und sich umgeguckt haben und tollpatschig gelaufen sind. Dann gab es noch eine Kuriosität am Strand zu sehen, wo riesige eierförmige Steine entweder zu oder aufgeplatzt am Strand liegen. In einem dieser Steine wurde ein 8m langes Dinosaurierskelett gefunden. Ziemlich abgefahren.
die große Schafwanderung

Pinguin an der Curio Bay

guckt, wie es sich gehört, nach links und rechts bevor er weiterläuft

Otago Peninsula
Ein "Dinosaurierei"
Beim Mt. Cook gab es für mich die schönsten Ausblicke von ganz Neuseeland, ein 360° Panorama voll mit Gletschern, Bergen, Gerölllawinen und Seen. Einfach nur Wow!!

Vor dem Mt. Cook

Kea am Mt. Cook





Sonntag, 3. Februar 2013

Mit den Eltern durch die Südinsel

Hallo alle zusammen :),


nach einem großem freudigen Wiedersehen am Flughafen in Christchurch reise ich jetzt zusammen mit meinen Eltern durchs Land. Sie sahen erstaunlich frisch aus nach mehr als 24h reiner Flugzeug und 12h Zeitverschiebung. Nach der ersten Nacht haben sie sich auch gut zurecht gefunden und wir reisen jetzt zu dritt im Ford Falcon durchs Land.
Eine kleine Umstellung ist das Reisen mit den Eltern schon, statt free camping gibt es jetzt meist Zeltplätze und das Tagesprogramm ist etwas voller als davor. Aber sonst ist alles beim alten: Viel in der Natur, viele Wanderungen und auch kleine Abenteuer. Ich bin auf jeden Fall froh mit meinen Eltern am Ende der Welt reisen zu können. So konnten wir in der letzten Woche schon die ganze Vielfalt Neuseeland genießen konnten. Wir sind zunächst von Christchurch aus nach Norden gefahren, vorbei an Seehunden und menschlichen Elchen. Die Seehunde lungern dort überall am Strand rum und wenn man nicht aufpasst und sie getarnt in der Felsspalte vor einem liegen, dann kann man von einem Riesen ROOOAAAAHHH erschreckt werden.




Dann gings weiter zu einer kleinen Wanderung am Marlborough Sound an der Nordkante und noch einmal zum Abel Tasman, wo wir gemeinsam Kajak gefahren sind. Wunderschön!



Mit hohem Reisetempo ging es dann die Westküste runter vorbei am Lake Rototiti (wo ich auf jeden Fall nochmal wiederkommen möchte), Maruia Falls (sehr fotogen!), Cape Foulwind (toller Strand (!!!), Pancake Rocks mit Blowholes (Felsen, die aussehen wie Pfannkuchen und bei Wind und Wellen spritzt, dass Wasser meterhoch) und kleinen Goldminenhöhlen zu den Fox und Franz Josef Gletschern, wo wir im Moment sind. Die Gletscher sind wirklich faszinierend, weil sie nur 200m über dem Meeresspiegel sind und umgeben sind von tropischen Urwald. Neuseeland fasziniert mich immer wieder aufs neue durch die ungemeine Vielfalt. Im Moment sitzen wir gerade etwas fest, weil es hier wie verrückt regnet (12-15cm in der letzten Nacht). Aber wir sind uns sicher, dass es bald besser wird und wir weiter nach Süden fahren.

Lake Rotoiti


Sonnenaufgang am Lake Rotoiti

Maruia Falls:

Der lebensmüde Papa, der die "DANGER" Schilder getrost ignoriert
 Strand am Cape Foulwind:

eingeklemmter Baumstamm bei der Höhlendurchquerung

 Pancake Rocks:
Fox und Franz Josef Glacier:

Franz Josef Glacier mit Gletschertor

Fox Glacier: Wenn man gaaaaanz genau hinguckt, sieht man Menschen auf dem Eis

Samstag, 26. Januar 2013

Angekommen auf der Südinsel --- Golden Bay

Hey alle zusammen!!

Ich bin nun in Christchurch auf der Südinsel angekommen und warte auf meine Eltern. Aber der Reihe nach. In Wellington habe ich insgesamt 3 Nächte verbracht. Obwohl die Stadt schöner war als Auckland, hat es mich ziemlich bald wieder raus aus der Stadt in die freie Wildbahn gezogen. Wellington war besonders geprägt von Wind und Herr der Ringe. Besonders gefallen hat mir das ziemlich große kostenlose Te Papa Museum. Nach 1 1/2 Stunden war ich jedoch so müde, dass ich mich erstmal draußen am Hafen zum Schlafen hinlegen musste. Von der Hafenmauer hab ich lauter Kiwis ins Wasser springen sehen (5m). Ziemlich cool. Mit neuer Kraft gings dann wieder ins Museum, wo ich insgesamt bestimmt 4-5 Stunden verbracht habe.

Wie kann der so ruhig bleiben? - Te Papa Museum

Skyline Wellington
Nach Wellington gings dann mit der Autofähre rüber nach Picton, Südinsel. Hier habe ich mich nach Nordwesten zur Golden Bay vorgearbeitet. Unterwegs gabs einen riesigen Schreck für mich. Als ich um eine Kurve gefahren bin, kam mir auf einmal ein Laster mit leerem Anhänger bei nasser Fahrbahn entgegen. Das Problem war nur, dass der Anhänger nicht gerade die Straße entlang gefahren ist, sondern seitlich mit viel Qualm runtergerutscht ist, d.h. u.a. auf meiner Spur war. Nach einer Vollbremsung und etwas Sorge, dass der Hintermann mir reinfährt, hat sich dann aber zum Glück der LKW gefangen und es ist nichts passiert. Danach habe ich erstmal eine Rastpause für die Nacht eingelegt. Die weitere Fahrt verlief zum Glück ruhiger. Unterwegs habe ich einige kleinere Wanderungen gemacht und die tolle Sicht genossen.

Dann bin ich einen anderen Great Walk den "Abel Tasman" in mehr oder weniger 2 Eintagesmärschen gelaufen. Das war wundervoll und hatte etwas Karibik-Flair. Ich bin immer wieder begeistert von der Vielseitigkeit Neuseelands.




Übernachtet habe ich in meinem Auto vor einem wundervollen Hostel names Shambhala (heißt so viel wie geheimes Paradies) mit vielen netten Menschen. Ein wirklich tolles Hostel mit bezaubernder Aussicht und einem Yoga und Meditationsraum, wo ich auch prompt ein Paar mal Yoga mitgemacht habe. Ich war echt positiv überrascht und es war eine angenehme Abwechslung zum vielen Wandern. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht bleiben, aber insgesamt wurden dann 4 Nächte draus. Besonders angenehm fande ich, dass das Hostel kein Fernseher und kein Internet hatte, sodass die Menschen tatsächlich miteinander geredet haben (nicht so wie in einigen anderen Hostels :) ).
Die Aussicht vom Balkon
Vom Hostel aus habe ich mit Eric, einem Franzosen aus dem Hostel einen Ausflug zum nordwestlichsten Punkt der Südinsel gemacht. Dort gibts allerhand Steinformationen und eine Wanderungen quer übers Land vorbei an vielen Schafen und Kühen. 100% Neuseeland.



Und dann bin ich noch zu einer Höhle mit gefühlten eine Million Stalagtiten geklettert. Die Höhle habe ich mal wieder nur Dank meines tollen Reiseführers NZ Frenzy gefunden (ich muss hier einfach nochmal Werbung machen, dass bin ich dem Autor schuldig) und ich war auch bis auf ein älteres englisches Ehepaar für die gesamten 3 Stunden der Wanderung alleine. Ungefähr die Hälfte der Zeit habe ich mit Klettern in der Höhle verbracht. Ziemlich cool, aber auch ziemlich glitschig.


 Dann habe ich mich auf den Weg zu Christchurch gemacht (und unterwegs noch einen Wasserfall mitgenommen), wo ich hoffentlich in zwei Tagen meine Eltern treffe. Sie kommen rüber um dem deutschen Winter zu entfliehen und bleiben für fast 4 Wochen. Wir wollen gemeinsam die Südinsel erkunden mit viel wandern, zelten, etc. Ich bin sehr gespannt und freue mich total, sie das erste Mal nach 6 Monaten wiederzusehen!

Christchurch ist im Moment in einem schrecklichen Zustand. Nach dem Erdbeben im Feb 2011 sind Großteile der Innenstadt immer noch zerstört und wurden zum Teil zu einer roten Zone (kein Zutritt) erklärt. Überall sind Baustellen und Teile der Innenstadt sehen so leer und verlassen wie in einem Kriegsgebiet aus. Einige Menschen weigern sich hartnäckig ihre Gebäude zu verlassen und bleiben in den einsturzgefährdeten Hochhäusern. Ob das so schlau ist, weiß ich nicht, besonders weil Experten ein noch schlimmeres Erdbeben als das in 2011 prophezeihen. Mal schauen, ich hoffe bald zusammen mit meinen Eltern raus aus Christchurch in die tollen Landschaften zu kommen!


So long,
David

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